Wenn Engel fallen….

Es war ein schöner Tag, als sie auf die Welt kam. Mitten im Sommer, als die Sonne schien und ihre Augen strahlten. Sie strahlten in einem wunderschönen blau, fast wie das Meer und die Sonne des Sommers spiegelte sich glitzernd darin.  Was niemand ahnen konnte war, dass man sie schon recht früh im Wald aussetze, da sie nicht wirklich jemand schätzen konnte. Das kleine Geschenk des Lebens, so achtlos weggeworfen von Menschen, die es doch eigentlich schützen sollten.

sie war noch sehr klein, als man sie dort alleine ließ, dennoch versuchte sie laufen zu lernen und so zog sie los, um aus dem dunklen Wald zu entkommen.  Sie irrte dort umher, schlug sich durch die Büsche und rannte ohne nach links und rechts zu schauen. Manchmal wurde sie müde und wollte sich ausruhen, doch immer, wenn sie sich an einen Baum lehnte um Kraft zu tanken, warf dieser lediglich einen großen Schatten auf sie. Diese Dunkelheit machte ihr nur noch mehr Angst. Manchmal wehte dazu noch ein kalter grausiger wind und es brachen äste von dem Baum ab, bei dem sie eigentlich Schutz suchte und verletzte sie nur noch mehr. In sich die Angst, außen die Verletzungen, so irrte sie weiter, in der Hoffnung irgendwo ein licht zu finden. Ein licht, was ihr den weg aus diesem Wald zeigte, doch sie fand es nicht. Was sie aber fand war ein kleiner Junge. Dieser kleine junge war ihr ein wenig halt, denn so musste  sie nicht mehr alleine in diesem Wald umher irren. Dieser junge gab ihr die kraft einfach weiter nach dem Licht zu suchen, doch auch mit ihm an ihrer Hand fand sie es nicht.

Irgendwann gab sie auf und versuchte sich in einer dunklen höhle zu verstecken. Von dort aus sah sie immer wieder die leuchtenden, gespenstischen Augen. Den jungen hielt sie dabei fest im arm, denn er war noch so klein und sie wollte ihn vor dem beschützen, was sie in diesem Wald erleben musste. Sie hörte das knarrt und knackt der Bäume und ihre Angst wuchs und wuchs. Dann schlief sie vor Erschöpfung einfach ein. 

Als sie erwachte rieb sie sich die Augen. Was war das? Ein licht? Mitten in dem dunklen Wald? Langsam traute sie sich aus ihrer Höhle, um zu sehen, was das für ein licht war. Vielleicht war es das Licht, was sie vorher nie gefunden hat. Vielleicht war es das Licht, was sie sich immer gewünscht hatte. Das, was ihr den weg aus dem Wald zeigte. Sie war so schwach, also kroch sie auf allen vieren auf dieses Licht zu.  Aber es war kein einfaches licht. Je dichter sie kam, desto größer wurde das  strahlen und als sie das Licht erreichte, sah sie, was da so sehr strahlte. Es war ein Engel. Einen Engel hatte sie noch nie gesehen, also machte ihr das auch Angst, aber das Licht strahle so warm und wärmte sie so sehr, dass sie ihre Angst verlor und sich traute auf zu stehen. Der Engel erkannte ihre Angst und all das Leid, was sie im Wald erleiden musste. Liebevoll streckte er ihr seine Hände entgegen und sprach: „Komm ich zeige dir, wie schön die Welt mit all ihren Gefühlen ist!“

Das Mädchen vertraute dem Engel und nahm diese Hand. So warm und weich war sie, dass sie ein wohliger Schauer durchzog. Der Engel nahm sie auf den Arm und flog einfach los mit ihr. Stück für Stück aus dem Wald hinaus und immer höher und höher. Frei wie ein Vogel flog sie auf dem Arm des Engels. Sein lachen steckte sie an und das Gefühl, nicht mehr in dieser Dunkelheit zu sein, ließ allen Ängsten und Schmerzen vergessen. Sie lachte und sie lebte und von dort oben sah sie die Welt auf einmal mit ganz anderen Augen. Sie sah, dass die Welt nicht nur aus einem dunkeln Wald bestand, in dem sie bis dahin ihr ganzes Leben verbracht hat. Sie sah dort lachende fröhliche Menschen, die glücklich waren. Sie sah zwar auch manchmal einen Baum, doch der Engel versuchte sie von diesen bäumen einfach fern zu halten und flog mit ihr dann einfach ein Stück höher. Es war so wunderschön in dieser Welt zu sein und es war so wunderschön zu wissen, dass sie einen Engel hatte, der sie beschützen wollte.

Sie wuchs so schnell heran und wurde von kleinen ängstlichen Mädchen zu einer wunderschönen und glücklichen frau. Immer an ihrer Seite der kleine Junge, der ihr in dem Wald Mut gegeben hatte. Das hatte der junge sich verdient, von ihr gehalten und von dem Engel getragen zu werden.

Sie war so glücklich, dass sie gar nicht sah, wie schwer sie dem Engel wurde. Denn auch ein Engel kann bäume sehn und auch Engel können Angst haben. Der Engel hatte solche Angst, mit ihr und dem jungen abzustürzen und das kostete ihn kraft. Kraft, die sie ihm nicht geben konnte. Kraft die auch der kleine junge ihm nicht geben konnte. Doch sie spürte, wie der Engel immer kraftloser wurde. Dann sah sie auch für ihn einen kleinen junge ganz weit unten stehen. Ganz klein und unschuldig, doch der Engel hatte Angst, diesen tragen zu müssen, denn er litt ja schon unter der Last von ihr und dem anderen jungen und auch er sah seine Bäume, die mit den Ästen voller Angst nach ihm riefen und darum traute er sich nicht, diesen jungen auch noch auf zu nehmen. Traurig darüber verlor die frau ihr Lachen und die Traurigkeit nahm dem Engel seine letzte Kraft.

Eines Tages wollte er nicht mehr fliegen und hörte einfach auf mit den Flügeln zu schlagen. Die frau erschrak fürchterlich. Sie flehte und bettelte, denn sie wusste, wen der Engeln fällt, dann wird auch sie verletzt, denn er trug sie auf ihrem arm. Sie wollte nicht sterben. Sie wollte nicht wieder in den dunklen Wald zurück, doch alles flehen und betteln half ihr nicht. Der Engel  fiel so schnell, dass sie ihren jungen aus dem Wald nicht mehr halten konnte und verlor diesen auf dem Weg nach unten. Sie versuchte ihn nochmal zu greifen, doch der Engel fiel zu schnell und dann?

Sie krachten auf den Boden mitten in den dunkeln Wald. So sehr, dass sie einen tiefen Krater hinterließen bei ihrem Aufprall. Da lagen sie nun. Der gefallene Engel und die Frau. Nur langsam kam sie zu sich. Sie hatte den Aufprall überlebt, doch nun saß sie da und sah, dass der Engel nicht mehr lebte. Sie rüttelte ihn und schüttelte ihn, sie brüllte und weinte, doch er hörte es nicht, denn er hatte den Sturz nicht überlebt. Da nahm sie alle Kraft, die sie nach dem Aufprall noch hatte und stand auf. Von oben herab sah der Engel so friedlich aus, doch sie wusste, er war tot. Aber dürfen Engel wirklich sterben?

ENDE-1:

Nein, Engel dürfen nicht sterben und so schaute sie gen Himmel und flehte und bettelte, das man ihr doch auch die Kraft eines Engel gibt, damit sie den Engel hoch in die Luft tragen kann, so wie er sie getragen hat. Vielleicht fängt er dann wieder an zu leben. Vielleicht fängt er dann wieder an zu fliegen, wenn er nur ein wenig wind in seinen zerbrochenen flügeln spürt. Doch sie sah dort oben nichts, außer den dunkel Wald. Kalt und düster grinste er sie an, doch sie wollte den Engel nicht zurück lassen. So blieb sie noch eine Weile neben ihm stehen und hoffte, doch auch die Hoffnung gab dem Engel sein Leben nicht zurück. Es begann zu regnen und die frau wusste, dass sie nicht in diesem loch neben dem Engel sitzen bleiben konnte. Also versuchte sie aus dem Loch zu entkommen, bevor sie ertrank. Es gelang ihr nur schwer, doch irgendwann schaffte sie es und nun saß sie da. Sie ruhte sich aus auf dem Rand und schaute in das Loch. Dort lag der Engel und sie musste zu schauen, wie der regen seinen toten Körper bedeckte. Was sollte sie tun? Hinter hier den großen Wald, in den sie nicht mehr zurück wollte und vor ihr das Loch mit dem Engel, der langsam unter dem regen verschwand. Sie war so hilflos und das einzige, was sie nur noch tun konnte war bitterlich weinen und  zuschauen, wie sie den Engel völlig aus dem blick verlor

ENDE-2:

Nein, Engel dürfen nicht sterben und so schaute sie gen Himmel und flehte und bettelte, das man ihr doch auch die Kraft eines Engel gibt, damit sie den Engel hoch in die Luft tragen kann, so wie er sie getragen hat. Vielleicht fängt er dann wieder an zu leben. Vielleicht fängt er dann wieder an zu fliegen, wenn er nur ein wenig wind in seinen zerbrochenen flügeln spürt. Da ging die baumdecke ein wenig auf und schenkte ihr eine Lichtstrahl der Sonne. Die Sonne, die sie bei ihrer Geburt spürte und ihre Augen fingen an zu leuchten und sie spürte ganz tief in sich eine kraft wie nie zuvor. Das Licht gab ihr die Kraft, wie ein Engel fliegen zu können und so zerrte sie an dem toten Engel, nahm ihn auf den Arm und sprang einfach hoch in die Luft. Ja, sie konnte fliegen, sie konnte den Engel tragen. Langsam spürte sie, wie das Herz des Engels anfing zu schlagen. Sie lächelte und der Engel öffnete langsam seine Augen. Auch er fing vorsichtig an zu lächeln, aber fliegen konnte er noch nicht, denn er war noch zu schwach. Also flog sie höher und höher und freute sich, dass sie nun dem Engel die Kraft geben konnte, all die Freude, all das Glück, was er ihr gab. Irgendwann zuckten seine Flügel und dann? Der Engel sprang von ihrem arm und flog einfach los. Der Engel lebte wieder und so konnte sie nun voller Kraft und Glück mit ihm gemeinsam durch die Luft fliegen und sehen, wie schön die Welt doch von hier war. Sie war sogar noch viel schöner, viel strahlender, als sie es vorher von seinem arm aus sehen konnte und auch der Engel konnte vielschneller und höher fliegen, denn sie alleine mit ihm gemeinsam das alles genießen. Als sie so gemeinsam flogen sah sie dort unten den jungen aus dem Wald. Schnell flogen beide zu ihm hin und nahmen ihn jeder an eine Hand. Er sollte mit ihnen fliegen und es war einfach wunderschön. Einfach fliegen und das Leben genießen.

 


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