Mein Leben zwischen „heiler“ und realer Welt...

Hm, bei so was weiß man nie wie man anfangen soll, aber eines weiß ich, mit Ehrlichkeit, denn nur so kommt man weiter:

Ich weiß gerade nicht, wo ich stehe, denn ich musste feststellen,

das die reale Welt noch beschissener ist als die „heile“ Welt und nun frage ich mich, wo soll ich hin?

 

Wer von seiner Vergangenheit flieht, verliert immer das Rennen.

Ich war Jahre lang in meiner „heilen“ Welt gefangen. Eine Welt aus Sucht, Party und einfach das Leben genießen. Dann bekam ich meinen Sohn und dachte mir: Das ist der Weg zum Glück! Eine kleine eigene Familie, denn ich hatte ja nie wirklich eine. Doch, schon irgendwie, aber das war ja nicht meine, das war ja nur eine ausgeliehene vom Staat, eine Pflegefamilie. Wunderbare Menschen auf eine Art, aber in mir immer bewusst nicht meine Familie und so konnte ich mich darauf nicht wirklich einlassen.

Ich war jung und viel zu unerfahren um zu sehen, das sie nur mein bestes wollten und nicht so waren, wie das, was ich als Eltern bis dahin kannte. Ich log, wegen rauchen und Drogen und fasste null Vertrauen zu den Menschen. Vor einem Jahr fand ich durch Zufall einige Briefe meiner „Mutter“, nachdem beide „Eltern“ von mir ein schlimmes Schicksal erlitten innerhalb kurzer Zeit. Schon bei den ersten Worten von ihr fing ich an zu weinen und musste feststellen, ja, sie hatte recht. Ich war trotz meines Lebens nach außen hin in mir selber eine ganz einsame kleine mittlerweile Frau, die sich nichts mehr wünschte, als geliebt zu werden. Doch das geht nur, wenn man sich auch traut das zu zu lassen. Ich grübelte noch Wochen lang darüber nach und vieles wurde mir immer klarer und irgendwann fasste ich all meinen Mut zusammen und ging wieder unter Leute, wobei ich keinen Mann kennen lernen wollte. Aber da stand er dann, doch dazu komme ich später nochmal. Der einzige, der mich während meiner Jugend immer verstanden hat war meine Schwester, doch die konnte noch nicht mal sich selbst halten und starb dementsprechend an den Folgen ihrer starken Drogensucht. Nie konnte ich mich von ihr verabschieden, doch seit einem halben Jahr weiß ich wo sie beerdigt ist, nur hin getraut habe ich mich bisher noch nich, denn den Gang schaffe ich nicht alleine.

 

Ich tänzelte weiter durch mein Leben und weil ich ja wusste, aus was für einer Familie ich komme, habe ich mir Jahre lang aus Sehnsucht immer wieder genau solche Menschen in meiner Nähe gesucht. Prügelnde Männer, Freundinnen, die nichts wirklich auf den Plan bekommen haben. Dennoch hatte ich ein gutes Leben gehabt nach außen hin. Konnte verreisen und habe fast die ganze Welt gesehen, zwei Ausbildungen gemacht und dann. Ja, dann kam der Tag wo ich mich nicht mehr so behandeln lassen wollte und ergriff die Flucht und hing mich auf. Ich weiß noch, als ich aus dem Koma erwacht bin und innerhalb 2 Tagen zu mir zurück fand. Man sagte mir, was passiert sei und wie viel Glück ich hatte, denn ich war laut Sauerstoffgehalt im Blut ca. 16min lang tot. Mit meinen „Eltern“ bin ich während der Jugend immer zur Kirche gegangen, aber glaube bis heute nicht wirklich an den lieben Gott. Doch irgendwas war da, was mir sagt: “Du hast da oben nichts zu suchen, also sieh zu, das Du weitermachst!“ Auch das ich nach dieser Tat an mir selber immer noch einen IQ weit über durchschnitt hatte, zeigte mir, das ich beim weitermachen meinen Kopf benutzen musste. Kurz nach meinem Suizid traf ich Frank wieder.

Wir kannten uns schon vorher eine Weile, aber nach dem Akt stand er da und machte mir die wunder schönste Liebeserklärung. Vorher war er noch verheiratet, doch in dem Moment hob er die Hand und sagte:“ Jetzt kannst Du mich einpacken und mitnehmen!“ Ohne großes 'Hallo' oder so was. Einfach nur diesen Satz und ich gab ihm meine Nummer und sagte ihm, das könne schwierig werden, denn ich fange gerade an mich selber zu finden. Was soll ich sagen: Es wurde nicht nur schwierig, es wurde die Hölle für uns beide, aber dennoch hielt Frank fest an mir und auch wenn wir mittlerweile kein Paar mehr sind, weiß ich heute, warum er das getan hat. Ich habe viel, richtig viel Mist gemacht. Habe gelogen wegen Drogen und Geld, habe mich nur über mein Leben gefreut und mich nur um mich gekümmert und er hat tapfer durch gehalten, bis er mich nach einigen Jahren dann gehen lies, ohne ein Wort. Das war kurz nach dem tot unseres zweiten Kindes. Ich kam damit nicht zurecht und auch heute gebe ich Frank manchmal noch die Schuld daran, obwohl das, was passiert ist ein versehen war. Ich merkte in meiner Wut und Trauer gar nicht, das es Frank selber so schlecht ging. Auch sah ich nicht, das er für seine Familie so viel arbeiten gegangen ist.

 

Er renovierte 3 Wohnungen gleichzeitig und dann der nächste Umzug knapp ein Jahr später, für das neue Kind. Mitten in der Zeit verlor ich unser Kind. Frank machte trotz seines Schmerzes einfach weiter, nicht um zu verdrängen, wie ich ihm immer vorgeworfen habe, sondern weil er weiß, das man nie aufgeben darf.

Heute kann ich mich für vieles nicht mehr entschuldigen, denn die Erkenntnis über vieles kam erst in den letzten 2 Jahren so nach und nach. Aber ich kann eines sagen: „Danke Frank, das Du immer für mich da warst und mich immer wieder versucht hast zu greifen. Danke, das Du mir gezeigt hast, wie wichtig es ist nicht auf zu geben!“

 

Vor vier Jahren lies Frank mich wortlos gehen, ich zog ins Gästezimmer und brauchte noch einige Zeit, bis meine Augen sich langsam öffneten. Ich erkannte, das ich eine Menge Schuld daran hatte, das es so weit kam. Ich versuchte die Schuld zu verdrängen, indem ich mir irgend so einen Drogenvogel suchte und mit dem so lange Party feierte, bis nichts mehr ging. Mein Körper begann sich teilweise zu verkrampfen, ich hatte Fieberschübe und er bemerkte in seiner vernebelten Welt voller Party gar nicht, wie schlecht es mir ging. Als ich dann einen Tag richtig gesagt habe: „Mir geht’s nicht gut!“ fing er an sich im Kreis zu drehen. Er wusste nicht was los war. Die Drogen sollen Schuld sein? Nein, denn ihm ging es doch immer gut, wenn er was intus hatte und er nahm doch auch nur wie ich am Wochenende was.

Irgendwann holten die Drogen vom Vortag mich wieder ein und ich begann mich ein wenig zu beruhigen, aber ich wusste 'Den Abend werde ich nicht feiern gehen!' Dennoch wollte eine Bekannte von ihm unbedingt wohin gefahren werden und obwohl ich klar gesagt hatte, ich möchte nichts mehr nehmen, redete er so lange auf mich ein, bis ich wütend sagte: „Dann hol doch was!“ Wieder nahmen wir was und berauscht fielen wir übereinander her, doch ich merkte, das das nicht das ist, was ich will und wollte raus aus der Situation. Er bemerkte in seinem Rausch wieder nicht, was los war und wurde immer heftiger. Das ging so weit, das aus dem berauschten Liebesspiel eine Vergewaltigung wurde. Ich flüchtete in sein Wohnzimmer und er meinte nur, was ich mich denn jetzt so pissig hätte! Ich war noch einige Tage wie benommen, bis wieder seine Bekannte anrief und ich nicht ans Telefon ging. Sie rief ihn an und dann rastete er so aus, das ich nur noch weg wollte, aus Angst, doch ich stand vor der Tür und fand die Klinke nicht. Er schubste mich in seiner Wut zur Seite und flüchtete.

Heute weiß ich das der Mann nur ein großer Hilfeschrei für mich war in meiner Verzweiflung aus Wut, Trauer, Schmerz und Einsamkeit. Über ein Jahr fasste ich keine Drogen mehr an, denn ich landete nach der Vergewaltigung auf einer Krisenstation und dort musste ich mich zum ersten mal mit meinem Problem befassen. Drogen immer im falschen Moment zu nehmen. Ok, es gibt keinen richtigen Moment in Sachen Drogen, das weiß ich heute auch, denn selbst zum Party machen ist das dumm zu nehmen, denn es verstärkt keine Gefühle. Es macht ganz eigene unechte Gefühle und obwohl sich jeder einbildet, es verstärkt, der Körper ist Natur und Chemie verändert die Natur, das kann keiner steuern. Ich befasste mich ein Jahr lang mit der Homepage zum Thema Drogen und deren Folgen. Habe viel gelesen darüber und verstand noch besser, was all die Jahre mit mir los war.

Was ich mir nicht eingestand war die Suchtverlagerung, denn ich versteckte mich ab dem Moment auch ganz arg in meiner kleinen PC-Ecke. PC und süchtig machen? klar, wieso denn auch, is doch keine Droge. Ich fing an im Internet Radio zu senden und das mehr als mir gut tat, denn wieder dachte ich nur an mich und ein knappes Jahr später lernte ich Marco kennen. Einen bunten Vogel, der im Schrebergarten lebte und einfach das machte, was ihm gefiel. Er war einfach ganz frei und das gefiel mir. Das gefiel mir so gut, das ich gar nicht merkte, wie er mich Stück für Stück wieder an Cannabis heran führte.

 

Ich wollte bloß das Gefühl von Freiheit in mir haben und lies mich voll auf die Freundschaft ein, bis er mich am Ende mit seiner Schizophrenie fast Wahnsinnig gemacht hat. Wieder ging ich zu Fachleuten und ließ mich auf den stand bringen, auf dem ich vorher schon war, zwar noch ein Welpe, aber wenigstens die Augen schon auf. Nur wachsen musste ich noch und das tat ich, als ich die Briefe von meiner Mama fand. Drei Monate rappelte es in meinem Kopf, bis ich begriff, wie es geht und wonach ich suchen musste. Nach jemanden, wo ich mich fallen lassen kann und ich mich traue einfach liebe zu zu lassen.

Klar hätte ich das bei Frank damals ja schon, aber da war ich noch lange nicht so weit und nach meinem Leben brauchte das ganze etwas länger und bei Frank sogar zu lange. Wir hatten auch schöne Tage, aber nie im Bauch und auch wenn er der Vater meines Kindes ist, muss ich heute gestehen, das ich ihn nie geliebt habe. Das tut mir auf eine Art sehr weh, aber dennoch kann ich auch sagen, er war ein verdammt wichtiger Mensch für mich, denn ohne ihn hätte ich nie angefangen wirklich alles los zu lassen aus meinem Leben vorher. Denn er schlug mich nie und war immer sehr bemüht, was ich zwar spürte, aber was auch nie durchkam.

 

„Man sieht nur mit dem Herzen gut.

Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!“

Meine Mutter vermittelte mir in ihrem Brief, das man nicht nach Freiheit suche soll und in etwas hinein flüchten, was nicht da ist. Sie sagte mir in ihrem Brief, man muss die Liebe in sich finden.

 

Einige Tage später ergab sich die Gelegenheit, wieder auf Party zu gehen und ich dachte mir den ganzen Tag 'Geh ich oder geh ich nicht' und ich bin gegangen. Selbstbewusst zog ich los, mit dem Gedanken in den Kopf keinen Mann kennen lernen zu wollen, sondern erst mal wieder unter Leute zu kommen. Als ich da ganz alleine im Club stand kam ich mir so verloren vor. War ich die einzige, die die Musik und nicht das Drogen nehmen zu der Musik liebte? Um nicht ganz so aufzufallen bat ich einen Bekannten, mir eine Kleinigkeit zu organisieren. Nicht viel und das war auch ok so, denn ich wollte mich ja nicht berauschen, aber schon die erste Nase war zu viel und ich rannte ein wenig durcheinander durch die Gegend bis...

Bis ich Dich sah! Mitten in der Menge ein wunderschöner Mann ganz tief ins sich versunken und nicht wie alle andere dort voll auf laute Stimmung machen. Nein, ganz leise und klein standest Du da und ich dachte nur 'OH'. Unter einem Vorwand sprach ich Dich an und gleichzeitig kam das hoch, was meine Mama mir mitgeteilt hat. Also versuchte ich auch alles mögliche, Dich auf Abstand zu halten. Das machte ich, indem ich Dir die schrecklichsten Dinge aus meinem Leben erzählte. Und was hast Du gemacht? Du gabst mir das Gefühl mich zu verstehn, dabei wollte ich doch gar nicht: verstanden werden. Wir hatten wunderschöne Gespräche und am liebsten hätte ich Dich, als wir draußen unter der Brücke standen einfach geküsst, aber ich habe mich nicht getraut. Außerdem wollte ich wissen, ob das alles echt ist, was ich da erlebe. Das Du nicht flirtest, um mich mit zu nehmen und dann fallen zu lassen, sondern Du wirklich ein Mann is, der Gefühle in sich hat.

Ich schämte mich die ganze Nacht schon so, das ich am Ende nur noch meinen Rest Speed loswerden wollte und Dir mitgab. 'Lach' Irgendwie blöd, aber ich wollte das Zeug einfach nur schnell loswerden. Ich habe mich auch in der Nacht schon geschämt, das ich so neben der Spur war, aber ich wusste, das die Wirkung von Speed durch Ecstasy aufgehoben werden kann. Darum wollte ich unbedingt ne Pille haben, aber die war so kacke und hat gar nichts gebracht. Man steckt halt nie drin in der Chemie und deren Wirkung.

Ich habe mich so geschämt, das ich so einen wundervollen Menschen treffe, in dem Zustand. Aber ich wollte mir die Chance geben, mich endlich zu trauen, die Worte meiner Mutter um zu setzen und auch Dir, denn Du warst so lieb und hast den erwachsenen Menschen und nicht den Druffi-Flummi verdient kennen zu lernen. Am Mittwoch darauf war es dann soweit und ich saß den ganzen Abend da und habe gewartet. Nicht ist passiert, weder in mir, noch von Dir aus. Du warst wirklich so ein wunderbarer anständiger Mann und selbst als Du mir angeboten hast, ich könne die Nacht bei Dir bleiben. Damit hast Du mich vom ersten Moment an so Hypnotized, das ich allen Mut zusammen nahm und....und es war wunderbar, so was habe ich noch nie erlebt. Ich musste grade zucken, denn schon in der ersten Nacht hast Du mir davon erzählt, wie sehr Du verletzt worden bist. Ganz viel hast Du mir anvertraut und ich war überrascht, aber heute weiß ich warum. Du wolltest mir sagen, das Du noch ganz arg viel Schmerz in Dir trägst und ich soll vorsichtig sein, denn verletzt zu werden, wieder einmal, das wäre zu schlimm für Dich.

Von dem Tag an wuchsen wir ganz unbewusst immer mehr zusammen und hatten wundervolle Tage, aber immer wieder gestandest Du mir Dein größtes Geheimnis, was bis heute selbst Deine Eltern nicht wissen. Das Du Angst davor hast Gefühle zu zu lassen, weil Du nie mehr verletzt werden möchtest. Du hast mir viele kleine Geheimnisse an unseren „bunten“ Abenden anvertraut, aber auch ganz nüchtern über Skype erzählt. Das Du nur auf Drogen oder mit Alkohol im Kopf Dich traust das zu sagen, was ganz tief in Dir steckt. Angst und Schmerz und je öfter wir darüber sprachen, desto mehr musste ich an mich und das, was meine Mama mir mit auf den Weg gegeben hat denken. Ich konnte nach empfinden, wie Du Dich fühlst, denn ich habe mich vor Jahren auch so Gefühlt. Dann kam der Abend, an dem Du eine ganze Flasche Wodka getrunken hattest und wir fingen an darüber zu reden. Zuerst wolltest Du das alles nicht hören, doch dann hast Du mir gestanden, das Du nach 7Jahren kiffen ganz arg Suchtverlagerung betrieben und zu mehr Alkohol gegriffen hast. Das machte mir Angst, aber zu dem Zeitpunkt wollte ich auch nicht einfach gehen, denn ich wollte Dich nich so verletzten, wie Du schon mal verletzt worden bist. Auch Psychologen sagen mir heute, mein Angst um Dich war berechtigt, denn die Masse zeigt von argen Konsum, den Du aber ja auch selber gestanden hast. Was du auch gestanden hast, war das Du mir sogar mehr Vertraust wie Deiner Mama.

 

Also blieb ich und sprach lieber ganz offen mit Dir. Es war ein wundervolles Gespräch und ich habe es genossen, das Du Dich in meinen arm gekuschelt hast und ganz zufrieden eingeschlafen bist. Danach hast Du den Alkohol Konsum auch ein wenig runter geschraubt und mir gezeigt, das Du verstehst, das das nicht die Lösung ist. Über die Drogen machte ich mir zum dem Zeitpunkt noch keine Gedanken, denn wir waren ja wirklich viel auf Party und dementsprechend schien das für mich ok. Zum Party machen ja, zum Probleme lösen nein, das war unsere Einstellung. Du hast sehr oft das Gefühl genossen, das Dich jemand festhält, auch das war eines deiner vielen kleinen Geheimnisse und ich fand es schön, das meine Liebe bei Dir ankam. Mir ging es so gut, wie noch nie im Leben zuvor, denn ich hatte mich den letzten Schritt gewagt, der mir kleinen Welpe zum erwachsen sein fehlte. Ich habe mich getraut, liebe in mir zu zu lassen und vergaß die Angst einfach, verletzt zu werden. Das war das richtigste, was ich je im Leben tun konnte.

 

Dann kam der Herbst und die Tage wurden grauer und wir wuchsen immer mehr zusammen. Du hast es genossen, mit Phillip zu spielen und Du hast es genossen, jemanden zu haben, an den Du Dich anlehnen konntest, aber Du hast auch immer mehr gekifft. Nicht regelmäßig, aber schon öfter als wir es vorher taten, denn in Dir wuchs mit dem Gefühl für mich auch Deine Angst, die Du schon lange mit Dir rumschleppst. Du wolltest diese Angst nicht spüren und weil Du ja selber sagst, wenn Du was geraucht hast, wirst Du zum Egoisten, hast Du Dir versucht eine Schutzmauer gegen die Angst an zu kiffen. Doch das reichte nicht, also musstest Du auch noch auf Deine Sucht dem WoW zurück greifen. Auch da hattest Du mir zum Anfang gebeichtet, das Du Dich so in das Spiel geflüchtet hattest vor unserer Zeit, weil Du N... in Deinem Bauch loswerden wolltest, weil sie Dich ganz böse verletzt hat.

 

Darum habe ich mich auch so gegen das Spiel gesträubt, denn ich wollte nicht, das Du Dich wieder in Deine „heile“ Welt flüchtest. Ich wollte Dir doch zeigen, wie schön die Welt mit ihren Gefühlen sein kann und wollte Dich nicht deiner Angst überlassen. Mir ging es fast eine Woche nicht gut, denn Frank war zu dem Zeitpunkt nicht gerade nett, dann kam noch die Sorge, das ich so kurz vor Weihnachten nicht an mein Geld komme und das ich erfahren habe, das mein Wunsch mit der Schule wohl nicht erfüllt wird.

Hinzu kommt, das N... sich wieder in Dein Leben schleichen wollte und das wollte ich nicht zulassen, denn genau diese Frau war mit Schuld an Deiner Angst, an der meine Gefühle immer mehr scheiterten. Es war keine Eifersucht, sondern die Sorge, das sie Dich wieder so verletzen würde und als Du dann auch noch bei B... saßt, um mit ihr einen zu rauchen, denn Bianka hat halt immer was da, musste ich Dir sagen, wie scheiße das kiffen ist. Um so mehr tat mir der Satz weh, das Drogen nehmen für Dich wichtiger sei als eine Beziehung zu haben. Ich erschrak richtig in dem Moment, denn schon wieder hatte ich den Spiegel aus meiner Vergangenheit vor mir.

 

Der Mann den ich liebte so voller Angst, das als N... wieder in seinem Leben auftauchte, er lieber seine Angst betäuben wollte, statt sie über den richtigen weg los zu lassen. Nämlich mir einfach zu Vertrauen und mit mir darüber zu reden. Immer heftiger hast Du Dich auch ins Dein WoW rein gefressen und weil Du mich scheinbar aber nicht loslassen wolltest, hast Du lieber versucht mich zu Dir zu ziehen in Deine „heile“ Welt. Doch ich wusste ja, das das nicht der richtige Weg ist und das man in der Realität anders mit so einer Angst umgehen muss, aber ich konnte sagen, was ich wollte WoW stand über meinen Worten.

Da dachte ich zum ersten mal darüber nach, einfach zu gehen, aber ich bin geblieben, weil ich Dich liebe und Dir nicht so weh tun wollte, in dem Moment, in dem Du mich doch eigentlich am meisten brauchtest. Also fing ich an nach einer anderen Lösung zu suchen, aber ich fand keine. Was mir aber immer wieder durch den Kopf ging, das ich krampfhaft versuchen musste, Dich irgendwie Glücklich zu machen und da Du ja selber sagtest den Abend, wo Du bei Bianka warst, das Kiffen eines der dinge ist, die Dich glücklich machen, habe ich, obwohl ich nicht mehr wollte, gefordert:“Dann hol uns doch was zu Weihnachten!“ Ich wollte das es auch für Dich ein schönes Weihnachten wird. Ja, heute weiß ich, das es der falsche weg ist, durch Drogen sein Glück zu finden, das wusste ich auch vorher schon, aber was hätte ich tun sollen? Dich einfach verletzen, indem ich gehe? Nein! Denn Du wurdest genug verletzt.

 

Ich freute mich so auf den Moment, als Du in den Urlaub geflogen bist, denn ich dachte mir, da hast Du viel Ruhe und Zeit um zu Dir zu finden. Was aber nicht geplant war, das ich schwanger werde von Dir und Du so weit weg bist, das ich mit der Not alleine da stand. In dem Moment versuchte auch ich mir eine „heile“ Welt zu schaffen und griff 14 Tage lang zum kiffen, aber ich merkte auch ganz schnell, wie doof das ist. Wieso wieder zurück, denn das Kind in meinem Bauch war Real und so musste ich versuchen in der Realität damit klar zu kommen.

Dann kamst Du wieder und genau das, was ich mir gewünscht hatte trat ein. Du hattest Deine Angst abgelegt und selber gemerkt, das Du mehr in der Realität machen musst mit mir. Nicht mehr so viel WoW, keine Drogen mehr, denn Du warst durch den Urlaub ja so schön Clean, wie Du selber bemerkt hattest. Dann kam der Moment, in dem ich Dir sagen musste, das ich schwanger bin und das Wesen in mir schon mehr, als nur eine Blase ist. Du warst genau der Mann, den ich lieben gelernt hatte in dem Moment und warst auch ganz toll für mich da an diesem Nachmittag. In Dir wuchs aber auch ganz viel Angst vor der Verantwortung. So viel, das Du leider wieder zu Deiner alten Methode gegriffen hast, kiffen und WoW. In der 12 Woche musste ich es dann wegmachen lassen und bis heute sehe ich einen Menschen vor mir, denn so sieht das Wesen im Bauch mit 12 Wochen aus.

 

Damit kam ich nicht wirklich zurecht, darum ging ich jedes mal auch eher wütend an Deine Schublade und siehe da, es war immer was drinnen. Jedes mal kam der Vorwand, weil Du Bock drauf hattest. Ja, weil Du Bock drauf hattest, lieber schnell wieder eine Schutzmauer hoch zu ziehen, denn wie schon lange in deinem Leben kommst Du mit der tiefsten Angst in Dir nicht zurecht und Deine „heile“ Welt gefällt Dir einfach besser, als die Realität. Ich wusste ja von Dir, das Speed Dir immer geholfen hat über diese Angst zu reden, darum forderte ich auch, das Du uns was holen solltest. Aber mein Plan ging nicht auf, denn Du warst schon so gefangen in deinem WoW, das es den ganzen Abend wieder nur darum ging. Bis ich irgendwann die Schnauze voll hatte und Du den PC aufbauen solltest, in der Hoffnung, wenn Du meinen Charakter aus dem Kopf hast, können wir uns endlich um das kümmern, was wichtig gewesen wäre, Deine Angst und Deine Gefühle, die Du ganz intensiv eingesperrt hattest. Doch Deine Angst war stärker als ich und so prallte ich elendig ab.

 

Das macht mich hilflos, so hilflos, das ich am nächsten Tag meine Wut darüber ganz arg an Frank ausließ und als ich abends hoffte mit Dir offen reden zu können warst Du wieder nur beim WoW. Da platze es aus mir raus: „Engel, werde endlich wach und mach Dich nicht mehr zu dem kleinen Jungen, sondern geh den Kampf an. Du hattest ihn doch im Urlaub schon einmal gewonnen“ doch Du verstandest meine Worte nicht, weil Du so vernebelt vom WoW warst. Du warst sogar richtig verletzt darüber, das ich genau den Punkt getroffen hatte. Dann klappte ich am nächsten Tag kraftlos zusammen. Zum ersten Mal durftest Du miterleben, was Drogen für eine schlimme Folge haben können und das machte Dir solche Angst, das Du abends statt trotzdem einfach her zu kommen, lieber zu Deiner altbewährten Methode gegriffen hast.

Alkohol und den Rest Speed dazu. Ja, durch das Speed konnten wir ganz offen reden, das hatte Dir ein wenig geholfen und Du hast verstanden, das es nicht der weg ist. Dein Satz: „Wir verstehen uns blind und doch streiten wir im selben Moment!“ der ist bis heute in meinem Kopf und ja, Du hast damit wirklich recht gehabt. Wir verstehn uns eigentlich wirklich blind, denn ich hatte das gefunden, was ich mir immer gewünscht habe, einen Menschen, wo ich keine Angst haben muss, meine Liebe einfach zu zu lassen. Du hattest endlich jemanden, dem Du Deine ganzen Geheimnisse aus Deiner Gefühlswelt sagen konntest und der Mensch Dich verstanden hat.

 

Der Streit? Ja, der Streit waren weniger die dinge, um die wir uns gestritten haben, sondern ein Kampf zwischen uns. Ich in der realen Welt, Du in deiner „heilen“ Welt. Das war es, was nicht passte. Nicht meine Probleme, denn das sind alles oberflächliche Probleme, die ich ganz alleine versucht habe zu lösen, über Jugendamt, Schuldenberater und einfach einen anderen Job suchen.

Unser wirkliches Problem liegt darin, das Du noch nicht aus deiner „heilen“ Welt möchtest und ich muss einfach akzeptieren, das Du wohl noch einige Zeit brauchst um zu erkennen, was wirklich passiert ist. Wie bei mir damals und wie in deinem Urlaub: „Erkennen kann das jeder leider nur ganz alleine!“

 

Normalerweise muss ich mich für das, was A... mit mir gemacht hat nicht entschuldigen, tue es aber trotzdem, denn ich weiß, wie schlimm dieser Tag für Dich gewesen sein muss. Ganz viel Angst hast Du um mich gehabt, aber damit hast Du mir auch gezeigt, wie sehr Du mich liebst. Je größer die Liebe, desto stärker die Angst und wie immer, wenn die Angst zu groß wird in Dir, flüchtest Du in Deine heile Welt, ganz extrem Dein WoW, darum spielst Du auch seitdem so extrem und spielst jeden Tag stundenlang. Auch ich habe versucht, das was A... gemacht hat einfach zu verdrängen, nur wollte ich das weder mit kiffen, noch mit spielen oder irgendwie anders. Nein, ich habe mich ganz intensiv hinter der Realität versteckt und ganz offen immer wieder meine Angst gezeigt den Tag.

Aber was ich noch lange nicht begreifen werde ist, was mit uns passiert ist. Ich stehe hier und fühle mich auf einmal wieder ganz klein und hilflos, denn ich weiß zwar, was los ist, aber kann Dich trotzdem nicht mehr greifen.

Ich stehe hier und Du sagtest mir, das die „heile“ Welt die Richtige sei, aber ich weiß aus meiner Vergangenheit, das sie das nicht ist. Auch wenn nach außen hin alles schön bunt ist und richtig erscheint.

Doch ich merke, das auch die Realität nicht richtig zu sein scheint, denn die tut manchmal noch mehr weh, als das, was man sich selber zufügt durch das verharren in der „heilen“ Welt.

Ja, vieles hast Du Dir selber angetan und ich wünsche mir, das Du das endlich irgendwie begreifst. So sehr, das ich sogar den Weg über Deine Eltern versucht habe, aber Du hast ja ganz böse reagiert, weil ich denen vom Drogen nehmen erzählt habe. Du selber hast mir erzählt, das Du mit Deinen Eltern halt nicht über alles reden magst und sie dementsprechend lieber anlügst. Deine Mama steht nun da und will lieber ihren alten Sohn behalten, der sich immer wieder versteckt hinter einer Mauer.

Auch da bin ich machtlos und muss schmerzhaft ertragen, das sie Dich dabei unterstützen in deiner heilen Welt zu bleiben, statt Dich da endlich raus zu holen und in die Realität zu mit zu nehmen. Ich kann es ihr noch nicht mal wirklich verübeln, denn nachdem meine Eltern damals erfahren haben, was wirklich los ist brach für diese ihre ganze Welt zusammen, mein Vater musste sogar Medikamente nehmen und all das. Sie haben es zwar all die Jahre gesehen, nur wahrhaben wollten sie es nicht. Erst als ich denen von mir aus alles erzählt und zum ersten mal richtig ehrlich war. Deine Eltern haben auch gesehen, wie Du jeden Tag bei ihnen gekifft hast, nur wahrhaben wollten sie das nicht und das werden sie auch nicht können, solange Du ihnen nicht ehrlich gegenüber bist.

Deine Eltern sind zwei herzensgute Leute und haben es nicht verdient, das Du Dich noch nicht mal traust mit ihnen über Deine wahren Gefühle und Einstellungen zu unterhalten. Ich habe es auch nicht verdient, das Du mir sagst, ich sei schlimmer wie Deine EX-Freundinnen, denn ich war die, die wenigstens Verstanden hat, was los ist mit Dir und wollte Dich da raus holen und Dich nicht verletzen, so wie sie, nur das konntest Du nicht sehen in Deiner „heilen“ Welt.

 

Aber am wenigsten hast Du es verdient, das Du Dich am Ende selber am meisten von uns allen belügst und Du Dir am Ende selber am meisten Schmerz zufügst. In Dir steckt ein wunderbarer, liebevoller Mann, der nur darauf wartet aus Dir raus zu dürfen. Nicht nur manchmal, sondern für immer und jeden Tag.

Ganz oft durfte ich diesen Mann zu spüren bekommen und genau diesen Mann liebe ich. Den Mann, der sich ganz lieb um Phillip gekümmert hat und damit gezeigt hat wie bereit er eigentlich dafür ist, Verantwortung zu übernehmen. Der Mann, der sich ganz lieb um mich gekümmert hat, weil er sich sorgen um mich gemacht hat in manchen Momenten und damit gezeigt hat, das er fähig ist, seine Angst los zu lassen und Liebe zu empfinden.

„Wir verstehen uns blind und doch streiten wir im selben Moment!"

(Zitat: S.P.)

Ja, weil wir beide wissen, was es heißt Angst vor der Liebe zu haben und wir streiten uns, weil einer von uns es gewagt hat diese auch zu zu lassen und sie auch heute noch in sich trägt, denn diejenige baut dieses mal keine Mauer darum.

Nicht die Drogen sind Dein Problem, sondern Deine zerstörte Gefühlswelt und die Drogen und der Alkohol und Deine Spielsucht sind lediglich nur oberflächlich Deine Medizin dagegen.

So stehe ich hier und weiß nicht wohin, denn am liebsten möchte ich aus der realen Welt wieder zurück in die „heile“ Welt, denn da nimmt man so was nicht wahr. Doch ich weiß auch, das es der falsche Weg ist, den Du für Dich gehst und war froh dort über Dich den letzten schritt raus gegangen zu sein. Aber in der realen Welt möchte ich auch nicht mehr sein, denn es tut weh jemanden zu lieben und darauf warten zu müssen, bis dieser erkennt.

 

Wenn ich so an die Sache mit Frank denke, bekomme ich nur noch mehr Angst vor der Realität, denn ich weiß, das nicht ich diejenige sein werde, die mit Dir den weg dort raus geht, denn Frank war es damals auch nicht. Der Mann, bei dem ich mich traute traf ich erst 3 Jahre später. Ganz klein, wunderschön so in sich gekehrt stand er da und ich werde diesen Mann nie mehr vergessen, denn durch ihn habe ich zu ersten mal meine Angst abgelegt und mich getraut jemanden zu lieben.

Ich durfte die „heile“ Welt kennen lernen und sie war so schrecklich, dann habe ich es gewagt und bin in die richtige Welt gegangen. Nun habe ich das Gefühl, das ich beide Seiten nicht will.

"Es gibt zwei Möglichkeiten etwas zu machen: Die Korrekte und die Deine!"(zitat)

Angekommen, da wo man als erwachsener Mensch sein sollte und so verletzt und hilflos, das ich das Gefühl habe zwischen den Welten zu stehen und mich nicht traue, an einer teil zu haben.

Es tut mir einfach nur noch weh, das nicht ich, sondern nur er alleine verstehn kann und ich hoffe, das er es nochmal kann, wie so oft in der Beziehung mit mir.

Mir haben so viele gesagt, das ich dieses mal richtig bin, aber es hilft mir nicht, denn dadurch erreichen Dich weder diese Zeilen, noch wirst Du geweckt in deiner „heilen“ Welt. Ich werde nicht warten, denn dazu fehlt mir die Kraft und die Hoffnung,

aber ich werde jeden Abend meinen Spiegel aus der Vergangenheit vor mir haben

und ganz leise flüstern:

"Gute Nacht mein Engel! Ich liebe Dich!"


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