Das Verständnis

Ja, ich erwähnte ja bereits, das ich eine Menge seiner Handlungen verstehen kann. vertsehen heißt nicht gleich, diese auch gut zu finden. Nach wie vor finde ich es gemein, das er seine Gefühle für mich so ohne nach zu denken zerstört hat. nicht einmal hat er bei seinem handeln an meinen sohn gedacht, der ihn über alles liebt, nicht einmal an uns, weder an mich noch an sich selber. Hat er sich wirklich eine beziehung gewünscht, damit diese so ausgeht? das bezweifel ich, also frage ich mich, warum er so gehandelt hat, aber beantworten kann nur er mir das persönlich und wenn er keine Antwort weiß? Ok, dann akzeptiere ich das und nehme einfach nur eine kleinlaute Entschuldigung für nicht-nachgedachtes Handeln an.

Leider muss ich ihn auch hier wieder in Schutz nehmen, denn so etwas hat er scheinbar auch nie gelernt. Nein, gelernt hat er, wenn du Probleme hast, dann mach fein deine wohnung sauber. also hat er das Verdrängen und nicht mit seinen Problemem auseinander setzen regelrecht anerzogen bekommen. Das ist sehr schade, denn seine Mutti ist eine gute frau und wie man daran merkt, sogar zu gut, denn weil sie bestens bemüht war, alles schlechte von ihrem sohn fern zu halten, hat sie im damit auch die chance genommen zu lernen mit solche schwierigen momenten richtig um zu gehen. aber auch ihr sei verziehen, denn niemand ist perfekt, auch eine erwachsene Mutti nicht. Das ich auch nicht wirklich perfekt bin muss ich auch zu geben. Ich hätte in vielen momenten ja auch anders reagieren können. Ja, aber auch bei mir spielt wie bei ihm die vergangenheit eine große Rolle.

Der Klügere gibt ja nach und so hoffe ich, das er auch wieder der kluge Mann wird, den ich einst kennen und lieben gelernt habe und hoffe, das er nachgibt und sich mit mir auf gutem Weg in Verbindung setzt.

Als Zeichen, das es mir wirklich ernst und wichtig ist, möchte ich mein ganz aktuelles denken und fühlen zu der ganzen Sache hier aufzeigen:

Hallo Basti,

ich hoffe, ich habe Dich mit meiner Überraschung nicht so überfahren, dass Du vom Stuhl gefallen bist. Surprise, surprise! Ich weiß, dass Du von den folgenden Zeilen nicht sonderlich viel erwartest – immerhin kommen sie von mir. Mit zu vielen Worten habe ich Dich überschüttet, verletzt und mit noch mehr Worten habe ich Dich in die Enge getrieben. Sogar Sascha habe ich da mit reingezogen. Das tut mir leid - Du merkst, ich kann auch einen Brief anfangen, ohne Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Mit diesem guten Vorsatz bitte ich Dich um 5 Minuten Deiner Zeit. 5 Minuten, die Du Dir nehmen solltest, um diesen Brief mit ungeteilter Aufmerksamkeit zu lesen, denn er könnte unser beider Leben verändern und wieder in eine richtige Bahn bringen.

Verdammt, es ist so viel Zeit vergangen, in der wir nichts voneinander gehört und gesehen haben. Dabei sind wir beide überhaupt nicht im Stande, all das, was wir beide miteinander erlebt haben (und ertragen mussten), einfach so wort – und tatenlos wegzustecken und für immer zu vergessen. Ich kann es jedenfalls nicht, und wenn Du der liebevolle und einfühlsame Mensch bist, den ich einst kennen gelernt habe, dann kannst auch Du nicht wortlos mit der Sache abschließen, so sehr Du es Dir auch wünschst.

Ich habe in den letzten Monaten viel Zeit gehabt um nachzudenken, über mich, über Dich und über uns. Ja, es ist unglaublich viel schief gelaufen zwischen uns. So schrecklich schief, dass mein ganzes Leben plötzlich vollkommen außer Kontrolle geraten ist. Nach dieser ganzen Scheiße, dem ganzen Stress und unserem letzten Streit war ich einfach nicht mehr ich selbst. Da war dieser tiefe Schmerz, der mich innerlich so zerfraß, dass ich kurz davor war, den Verstand zu verlieren. Nein, eigentlich habe ich ihn verloren und damit, Dir und allen Menschen um mich herum seelisch Schlimmes angetan. Ich war vollkommen verwirrt, wusste plötzlich nicht, wie mir geschah und ich wusste erst recht nicht mehr wer ich war. Ich habe Dir die Schuld für all das gegeben – heute weiß ich, dass weder Du, noch ich wirklich Schuld an diesem ausweglosen Dilemma hatten.

Ich habe Dich wirklich mit ganzem Herzen geliebt, doch es sind die Geister der Vergangenheit, die uns – aber vor allem mir - immer wieder ins Leben pfuschen, mich manipulieren und fremdsteuern und mich von dem Leben abhalten, das ich eigentlich führen möchte. Es war nicht fair von mir, Dir unbewusst diese Schuld, diese Verantwortung und diese unglaubliche Last meiner Vergangenheit aufzubrummen, denn die kann keiner tragen – weder ich, noch Du. Ich hab das ganze Ausmaß einfach unterschätzt und auch, wie sehr Dich meine Geschichte belastet hat. Dein Mitgefühl und Dein Mitleid waren allerdings nur noch weitere Nägel, die sich in meine Seele gebohrt haben, aber das konntest Du nicht wissen. Dein Mitleid meiner Vergangenheit gegenüber hat einiges ausgelöst.

Weißt Du, was eine Psychose ist? Als Psychose bezeichnet man eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergeht. Auslöser hierfür können die kleinsten Kleinigkeiten sein und somit auch Worte, Verhaltensweisen oder Haltungen, die für andere „unbeutend“ erscheinen. Wie Kampfhunde, die man auf gewisse Dinge, Situationen oder Handlungen abrichten kann, so können auch Erlebnisse, Traumata und Erfahrungen einen Menschen „abrichten“ – der auslösende Part kann somit kaum etwas dafür.

Eine Psychose ist aber auch, wenn das kleine Mädchen von damals, plötzlich durch einen Auslöser unter der schweren Last des Lebens zusammenbricht. Ich habe die Vorwarnungen nicht ernst genommen und nicht gehört, wie mein inneres Wesen sich immer mehr gequält und nach mir gerufen hat.

Das Kind von damals, zutiefst verletzt und geschunden, die junge Frau, getreten und geschlagen. Sie ist durch ihr Leben gestrauchelt, gestolpert und hat aber versucht immer wieder aufzustehen - bis zu dem Tag X, dann war plötzlich Schluss. Das Kind, sowie auch die junge Frau in mir haben gestreikt, sie wollten nicht mehr weiter gehen mit dieser Last der Vergangenheit und der Traurigkeit aus dem Hier und Jetzt – verdammt, wir haben unser Kind getötet!!! Mein Leben hat mir ein Bein gestellt und mich ganz gewaltig zu Fall gebracht. Das hat mich so getroffen, ich wollte einfach nicht mehr. Ich weiß es ist schwer zu verstehen, aber glaube mir, ich habe die Botschaft der meiner Seele verstanden.

Irgendjemand hat mich gefragt, was ich tun würde, wenn ich der kleinen Dagmar von Damals noch einmal begegnen könnte. Ich wusste es damals nicht und fand einfach keine Antwort darauf. Heute weiß ich, dass ich sie ganz fest in den Arm nehmen und an mich drücken würde. Ich würde ihr sagen, dass ich sie liebe, so wie sie ist und stolz auf sie bin, dass sie all diese verdammte Scheiße überlebt hat. Sie hat überlebt und somit habe auch ich überlebt.

Doch wer nicht überlebt hat, ist unser kleiner Wurm…

Warum? Weil wir beide dumm und blind waren! Ich war einfach nicht stark genug, mich gegen Deine Zweifel und Ängste zu wehren. Ein Kind stört bei WoW und auch beim Kiffen. Ich hätte Dich wachrütteln und ohrfeigen müssen. Ich hätte Dich an den Haaren aus WoW reißen und Deine Drogen heimlich gegen echte Vatergefühle austauschen müssen. Ich hätte Dir in Deinen verdammten Arsch treten und Dir einen Vogel zeigen sollen, als Du mir gesagt hast, dass Du das Kind nicht willst. Ich hätte so vieles anders machen können, Basti. Egal, ob ich Gefahr gelaufen wäre, dass Du ausrastet und mir die Pest an den Hals gewünscht hättest – im Nachhinein bin ich mir sicher: Hättest Du dieses kleine Wunder, Dein Kind, zum ersten Mal in den Arm gehalten, dann hätte sich World of Warcraft und auch die Drogenscheiße in Luft aufgelöst.

Leider ist eine Abtreibung keine Angelegenheit, die man mit „Shit Happens“ abgelten könnte. Dieser Shit wir ein Leben lang in mir wüten und ich weiß, dass auch Du diesen Verlust nicht wirklich wegstecken kannst, auch wenn Du so tust. Ich bin mir sicher, in Deinem tiefsten Herzen hast auch Du das nicht gewollt. Es war nur diese Scheiß Angst…diese verfickte Angst, die uns beiden alles kaputt gemacht hat. Vielleicht haben wir beide ja noch eine Chance und können zumindest gemeinsam versuchen eine Schadensbegrenzung herbeizuführen.

Ja, ich habe Dich angezeigt! Im Rahmen meiner Psychose und der ganzen Scheiße der letzten Monate, kann ich nicht mehr mit Gewissheit sagen, warum ich all meine ganze Wut so auf Dich fokussiert habe, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Die Trauer über diesen Verlust, das Gefühl mit allem alleine dazustehen, hat diesen Gang zur Polizei wohl noch mehr bekräftigt. Ich kann das leider nicht mehr rückgängig machen und ich befürchte, das will ich auch gar nicht.

Aber, in dieser Sache könnten wir Schadensbegrenzung betreiben, in dem wir beide noch mal in Ruhe miteinander Reden. Vielleicht können wir vor Gericht eine gütliche Einigung erreichen, mit der wir beide leben und in Zukunft auch Verantwortung übernehmen können.

Lieber Basti,

was ich Dir mit diesen vielen Zeilen eigentlich sagen möchte: Auch wenn ich mich vorher immer so gefühlt und dementsprechend auch benommen und gehandelt habe: Ich bin kein Opfer mehr und ich will auch keins mehr sein – im Gegenteil. Ab sofort werde ich diejenige sein, die austeilt. Deshalb schreibe ich Dir diesen Brief auch aus einer vollkommen anderen Perspektive. Aufrechtstehend, mit erhobenem Haupt, stolz und voller Mut und bereit für mein Glück zu kämpfen. Und was ich bis zuletzt noch nicht wusste: DU bist mein Glück!

Es braucht Mut, um sich sein Glück zu nehmen

und es als Lebensrecht zu akzeptieren.“

Bis zuletzt habe ich gedacht, dass es mir nicht gegönnt ist, glücklich zu sein. Bis zuletzt dachte ich, dass ich es nicht verdient hätte geliebt zu werden. Bis zuletzt dachte ich, dass ich einzig und allein dazu geboren bin, um Fußabtreter der Nation zu sein. Du kennst das doch. Ein Fußabtreter ist das Ding, auf das man nach belieben tritt, seinen Dreck abwischt und ggf. noch draufspuckt und draufpisst. Ach ja, und wenn ein Fußabtreter nutzlos und kaputt ist, wirft man ihn einfach weg. Das war mein Leben, Basti. Und mein Leben war es auch, nicht zu wissen, das mich genau dieses Dasein innerlich so zerfrisst und mich kaputt macht, dass ich vor lauter Schmerz weder ein noch aus wusste.

Schmerz und Angst waren meine ständigen Begleiter und sie waren es auch, die mich dazu brachten, wegen Kleinigkeiten ständig die Nerven zu verlieren und auszurasten. Ein falsches Wort von Dir, ein schiefer Blick und schon gabst Du mir die gefühlte Bestätigung der Missachtung und der Verachtung – ohne, dass Du es wolltest. Und immer dann, wenn dieses scheußliche Gefühl der Hilflosigkeit und der Verlustangst in mir wütete, war der Schmerz so unerträglich, das ich ihn auslöschen wollte – mich auslöschen wollte. Das war nicht fair. Dich mit Suizidandrohungen und Selbstverletzung unter Druck zu setzen, war wirklich das Letzte. Das ich es schließlich ernsthaft getan habe, möglicherweise unverzeihlich. Ich habe nicht im Geringsten gewusst, was ich Dir und meinen Mitmenschen, aber vor allem meinem Sohn damit angetan habe. Kein Wunder, dass Du mich weder sehen, noch hören, noch lesen willst. Ich kann nicht mehr machen, als mich dafür aufrichtig zu entschuldigen. Nie wieder werde ich auch nur annähernd den Gedanken hegen, mir etwas anzutun und Philip alleine in dieser Welt zurücklassen, mit der Gewissheit, das Mamas Liebe für ihn nicht groß genug war. Nein, diesen Fehler werde ich nie wieder begehen. Im Gegenteil: ich werde in Zukunft darauf hinarbeiten, dass mein Sohn sich immer sicher sein kann, dass seine Mama in über alles liebt und auch immer für ihn da sein wird, wenn er sie braucht – egal, ob er in Zukunft bei seinem Vater oder bei mir lebt. Ich möchte, dass er irgendwann stolz auf seine Mama sein kann.

Ich weiß, dass Du ziemlich verwirrt über meinen „Wandel“ sein musst, aber ich kann Dich beruhigen. Ich bin weder Schizo, noch habe ich mich einer Gehirnwäsche unterzogen, ich habe keine Drogen genommen und ich bin auch keiner Sekte beigetreten. Ich habe in den letzten Wochen nur etwas ganz Entscheidendes gelernt:

Die ganze Welt ist eine einzige Echowand: Du gibst Hass und Hass bekommst du wieder; du gibst Wut und Wut bekommst du zurück; du beschimpfst andere und deine Beschimpfungen werden auf dich zurückfallen; du säst Dornen und Dornen wirst du ernten. Alles, was du gegeben hast, kehrt wieder zu dir zurück, kehrt auf zahllose Weise zu dir zurück. Und wenn du Liebe austeilst, dann wirst du grenzenlos Liebe zurückbekommen. Wenn die Liebe bisher noch nicht auf zahllose Weise zu dir zurückgekehrt ist, dann wisse: Der Grund ist der, dass du nie Liebe gegeben hast.“

(Zitat: Osho, über die Liebe)

Ich habe gelernt, dass ich alles verzeihen kann – ich muss es nur verstehen und ich habe sehr viel verstanden in den letzten Wochen.

Ich habe gelernt, dass auch ich erst einmal lernen muss, eine Beziehung zu führen. Ich bin nämlich genau so beziehungsunfähig, wie Du. Eine Beziehung bedeutet Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und baut nicht auf Altlasten und Forderungen auf.

Ich habe damals von Dir Verständnis gefordert und somit etwas verlangt, was ich selbst gar nicht aufbringen konnte. Du bist ein Mensch mit einer eigenen Vergangenheit, mit eigenen Ängsten und eigenen Problemen, das habe ich nicht verstanden. Ich habe nicht verstanden, dass Du in der Tat nicht so fühlst wie ich fühle, weil eben jeder Mensch anders denkt und fühlt. In Verbindung mit Deinem Drogen – und Alkoholkonsum war es nahezu lächerlich von mir, von Dir ehrliche Gefühle und Verständnis zu fordern. Wir wissen doch beide in welcher Form dieses Zeug wahre Gefühle betäubt und zunichte macht.

Auch habe ich nicht verstanden, dass ich Dich mit meinen Problemen teilweise vollkommen überfordert und sogar verängstigt habe. Wie sollst Du mit einer schrecklichen Wahrheit, meiner Vergangenheit klarkommen, wenn ich es selbst nicht kann? Du konntest gar nicht anders, als so reagieren, wie Du reagiert hast – eben weil ich Dir eine perfekte Vorlage, die Opferrolle, geliefert habe. Dabei bist Du selbst das Opfer deines Lebens gewesen, Basti.

Ich habe es unterschätzt, wie tief Deine eigenen Ängste liegen und wie sehr Dich Dein eigenes Leben in die Enge treibt. Ich habe gefordert, dass Du für mich da bist und habe dabei vollkommen übersehen, wie sehr du mich gebraucht hast.

Ich dachte ich hätte bei Dir inzwischen auch gelernt, dass sich über den anderen Ärgern und sich Streiten in eine Beziehung mit dazu gehören. Ich muss nach Frank auch erst lernen, damit anders umzugehen. Ich habe in der Vergangenheit jedes falsche Wort, jede Diskussion und jeden Streit sehr persönlich genommen und als Ablehnung empfunden. Hinzu kam auch, dass ich Angst hatte das ein Streit wieder eskaliert. Deshalb bin ich früher oft auch aus solchen Situationen geflüchtet. Bei unserer Beziehung warst Du es, der geflüchtet ist. Das kann ich verstehen, ich war am Ende ja auch nicht besser. Ein Konflikt bedeutet Stress, vor allem für die Seele. Da nimmt man gerne Reiß aus und ergreift die Flucht, vor allem, wenn keine andere Lösung in Sicht ist. Doch sieh, wohin uns unsere Flucht beide getrieben hat: wir reden nicht mehr miteinander und zeigen uns an…

…dabei hätte alles so schön werden können!!!

Ich erinnere mich noch genau an dem Tag wo wir bei McDonalds waren und Philip Deine Hand genommen hat, das war für mich das Zeichen, dass Du in der Tat der Mensche bist, der uns beide – mich und Philip – glücklich machen würde.

Und noch etwas habe ich gelernt:

Liebe ist nicht etwas, das man von außen bekommen kann. Liebe ist die Musik deines inneren Wesens. Niemand kann dir Liebe geben. Liebe kann zwar in dir aufsteigen, aber sie ist nicht von außen zu haben. Nirgendwo gibt es einen Laden, einen Markt, einen Verkäufer, bei dem man Liebe kaufen kann. Liebe kann man zu keinem Preis kaufen. Liebe ist ein inneres Aufblühen. Sie steigt aus dem Innern auf, aus einer latenten Energie....“

In dieser ganzen Dunkelheit meines Lebens, habe ich aber genau diese „latente Energie“ bei Dir immer wieder spüren können. Ich gebe zu, dass hat mir anfangs regelrecht Angst gemacht, eben weil ich es nicht kenne. Ich habe die Liebe gespürt, als wir gemeinsam mit Philip die WM genossen haben, ich habe es gespürt, wenn wir nüchtern (!) geredet haben und ich habe es gespürt wenn wir miteinander geschlafen haben. Allein das Gefühl, zu wissen, welch geheimsten Wünsche ich Dir damit erfülle und wie glücklich ich Dich damit mache, wenn ich Dich französisch verwöhne, hat in mir eine Wärme ausgelöst, die nahezu unbeschreiblich ist. Tief in meinem Herzen wusste ich von Anfang an: Mit diesem Mann kannst Du Dir sogar vorstellen glücklich zu werden und sogar eine Familie zu gründen. Der Meinung bin ich auch heute noch, auch wenn es leider anders kam und Du versehentlich der Auslöser für eine Explosion warst, die schon lange überfällig war.

Und noch etwas habe ich gelernt:

Wenn man liebt, sucht man die Schuld bei sich, nicht beim anderen.“

(Richard Burton)

Ich weiß, in der Vergangenheit habe ich stark dazu geneigt, dir für alles und jeden die Schuld zu geben. Ich habe unkontrolliert mit Steinen geschmissen und viele Menschen, auch Deine Mutter, damit sehr verletzt. Heute weiß ich, dass ich dazu kein Recht hatte. Ich bin meines eigenen Glückes Schmied und ich bin selbst für mich und mein Leben und auch für meine Entscheidungen verantwortlich. Wenn mich jemand mit Füßen tritt und mich schlecht behandelt, dann steht es in meinem Ermessen, mir das nicht bieten zu lassen. Sieh es als meine persönliche Kampfansage an meine Zukunft und die lautet: NEVER AGAIN!

Du fragst Dich jetzt bestimmt, was ich mir von diesem Brief erhoffe?

Ich muss Dich da leider Enttäuschen, denn ich habe keine Erwartungshaltung! Ich hoffe lediglich, dass Du meine Botschaft und letztendlich auch mich und mein Handeln verstehst. Ich hoffe, dass wir endlich wieder aufeinander zugehen und miteinander reden können – auf Augenhöhe. Du sollst nicht mehr mitleidig auf mich herabblicken, so wie ich auch nicht mehr verängstigt zu dir aufschauen werde. Ich möchte Dich ansehen können, ohne wütend und verletzt zu sein. Und ich hoffe, dass auch Du mich wieder ansehen kannst, ohne immer das Gefühl zu haben, im nächsten Augenblick flüchten zu müssen, weil Du mich und meine Geschichte nicht ertragen kannst. Ich habe keine unerträgliche Geschichte mehr Basti, denn meine fängt hier und jetzt ganz neu und schön an – mit diesem Brief.

Ja, Du hast richtig gelesen!

Ich habe, nach all dem was passiert ist, für mich ein neues Leben angefangen. Und dazu gehört auch, dass ich Dir keine Schuld mehr gebe. Ich lasse Dir somit die Möglichkeit Dich selbst auf den Prüfstand zu stellen. Und wenn Du ehrlich zu Dir selber bist, wirst Du Dir folgende Fragen richtig beantworten können: Wer ist Schuld an Deinem eigenen Dilemma? Wer ist schuld daran, dass Du Deine eigene Realität, sogar selbst Dich nicht mehr nüchtern ertragen kannst? Wer ist schuld daran, dass Du Dich in andere Welten flüchtest? Wer ist schuld daran, dass Deine erste Chance auf das Wunder „Vaterwerden“ mit einem Eingriff ausgelöscht wurde? Wenn Du der Meinung bist, alles richtig gemacht zu haben und somit frei von Schuld bist, dann darfst Du gerne den ersten Stein nach mir werfen – aber Vorsicht, ich habe gelernt auszuweichen!

Lass uns reden, Mann!

Wir könnten es noch mal schaffen, wenn Du uns eine Chance gibst! Wir beide sind doch vom selber Stern. Wir haben so viel gemeinsam, angefangen vom gemeinsamen Musikgeschmack, wir trinken gern Selters medium oder Coke, wir probieren gerne exotisches essen aus, wir zocken beide gerne, Billard spielen, Bowlen, Tanzen, Pokern, Faulenzen. Wir konnten über alles reden – auch ohne Alkohol und Drogen. Ich vermisse das!!! Und ich vermisse auch Deine wunderschönen Bilder, die Du gemalt hast. Hey, Mann, lass unser beiden Talente (Du mit Malen und ich mit Schreiben) doch näher zusammenrücken, damit sie sich noch mehr entfalten können. Wir könnten ein bebildertes Buch über „ Den Weg aus der Dunkelheit“ schreiben oder so. Lass uns vollkommen verrückte Ziele setzen und Träume träumen, die Wirklichkeit werden können. Und wir hatten viele Ziele und Träume und wollten noch so vieles erleben! Erinnerst Du Dich? Ja, selbst zum Heiraten wollte ich mich irgendwann durchringen und einfach nur Glücklichsein. Immerhin warst Du es, der mir sagte: „Hey, ich möchte Dir zeigen, wie schön die Welt mit Gefühlen sein kann, nachdem, was Du durch hast!“

Bitte, da wäre ich!

Wir schaffen das!

Egal was auch passiert! Egal wie diese Sache hier auch ausgeht! Ich werde immer für Dich da sein, wenn Du mich brauchst!

In Liebe

 

Dagmar


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